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KI

Google öffnet Frontier-Modelle für bis zu 200 Forschende in Europa

Google DeepMind und Google Cloud stellen bis zu 200 europäischen Forschenden Frontier-Modelle und insgesamt drei Millionen Dollar Rechenguthaben über die EU-Initiative RAISE bereit.

Google DeepMind und Google Cloud wollen bis zu 200 wissenschaftlichen Forschenden in Europa direkten Zugang zu fortgeschrittenen KI-Modellen geben. Zusätzlich stellt das Unternehmen insgesamt drei Millionen US-Dollar an Rechenguthaben bereit. Die am 14. Oktober 2026 angekündigte Zusage soll über die europäische Forschungsinitiative RAISE angebunden werden.

Mehr als ein allgemeiner Cloud-Gutschein

Nach Angaben von Google umfasst das Angebot nicht nur universelle Sprachmodelle. Genannt werden spezialisierte wissenschaftliche Systeme wie AlphaFold 3 für Molekülstrukturen, WeatherNext für Wettervorhersagen, AlphaGenome für Genomforschung, AlphaEvolve sowie AlphaEarth Foundations für Erdbeobachtung. Damit richtet sich das Programm an Forschungsvorhaben, bei denen Modellzugang und Rechenkapazität konkrete Engpässe sind.

RAISE ist Teil der europäischen „AI in Science“-Arbeit. Google beschreibt die Bereitstellung ausdrücklich als Beitrag, die Lücke beim Zugang zu Rechenleistung für europäische Forschungsteams zu verkleinern. Tech.eu bestätigte Umfang und Modellliste, weist aber auf einen wichtigen offenen Punkt hin: Welche Forschenden ausgewählt werden und nach welchen Kriterien der Zugang verteilt wird, war bei der Ankündigung noch nicht erläutert.

Der Umfang braucht klare Grenzen

Die drei Millionen Dollar sind kein Forschungsfonds in bar, sondern Compute Credits. Ihr praktischer Wert hängt von Laufzeit, Preisen, Nutzungsbedingungen und dem tatsächlichen Ressourcenbedarf der Projekte ab. Auch „bis zu 200“ ist eine Obergrenze, keine Zusage, dass sofort 200 Teams ausgestattet werden.

Trotzdem ist die Entwicklung materiell. Forschungsförderung verlagert sich zunehmend von reinen Geldbudgets zu kontrolliertem Zugang zu Modellen, Daten und Rechenzentren. Für Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen kann dieser Zugang darüber entscheiden, ob ein Projekt moderne KI-Verfahren überhaupt testen kann. Gleichzeitig entsteht eine Abhängigkeit von proprietären Plattformen, deren Konditionen und Schnittstellen nicht von den Forschenden kontrolliert werden.

Worauf die Umsetzung zu prüfen ist

Für eine belastbare Bewertung fehlen noch Auswahlverfahren, geografische Verteilung, Vertragsbedingungen, Datenschutzregeln und Angaben dazu, ob Ergebnisse oder Trainingsdaten bei Google verbleiben. Ebenso offen ist, wie lange Credits und Modellzugänge gelten und welche Reproduzierbarkeit nach dem Programmende gesichert wird.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und verantwortlich: Christian Hohlfeld.