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Wohnungswirtschaft

ifo: Zuversicht im Wohnungsbau kippt nach August-Erholung wieder

Das ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau fiel im September wieder auf minus 25,1 Punkte. Auftragsmangel bleibt bei 41,3 Prozent, Stornierungen nahmen erneut zu.

Die im August gemessene Stimmungsaufhellung im deutschen Wohnungsbau hat sich im September nicht fortgesetzt. Nach Angaben des ifo Instituts sank das Geschäftsklima von nach aktueller Veröffentlichung minus 22,5 Punkten auf minus 25,1 Punkte. Vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate wurden skeptischer; die Bewertung der aktuellen Lage blieb weitgehend unverändert.

Damit erhält die positive August-Meldung ein materielles Folgedelta. Damals hatten vor allem bessere Erwartungen den Index nach oben gezogen. Die neue Erhebung zeigt nun, dass daraus noch keine stabile Trendwende geworden ist.

Auftragslage bleibt der Engpass

Der Anteil der Unternehmen, die über Auftragsmangel berichten, verharrte im September bei 41,3 Prozent. Gleichzeitig meldeten 14,1 Prozent abgesagte Projekte, nach 13,4 Prozent im August. Materialknappheit spielt dagegen weiterhin eine Nebenrolle: Der Anteil betroffener Unternehmen stieg zwar von 2,9 auf 4,2 Prozent, blieb aber deutlich unter dem Niveau des Auftragsproblems.

Das ifo Institut bringt die schwächeren Erwartungen mit der jüngsten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in Verbindung. Höhere Finanzierungskosten können Projektkalkulationen verschieben, Reserven in Baukosten und Verkaufspreisen verkleinern und bereits geplante Vorhaben erneut auf den Prüfstand stellen. Die Erhebung belegt diese Wirkung nicht für jedes einzelne Projekt, liefert aber ein zeitnahes Branchenbild.

Konsequenzen für Bestandshalter und Projektsteuerung

Für Wohnungsunternehmen bedeutet der Rückgang nicht, dass jede Maßnahme unwirtschaftlich wird. Er spricht jedoch gegen Planungen, die allein auf eine schnelle Markterholung setzen. Entscheidend bleibt, Projekte nach Finanzierungsstand, Genehmigungsreife, Baukostenrisiko und strategischer Dringlichkeit zu ordnen.

Kein Widerspruch zu mehr Genehmigungen

Parallel können Baugenehmigungen steigen, ohne dass sich die Stimmung sofort verbessert. Genehmigungen sind eine notwendige Vorstufe, während das ifo-Geschäftsklima Erwartungen, aktuelle Geschäftslage, Auftragsmangel und Stornierungen abbildet. Erst wenn genehmigte Vorhaben finanziert, beauftragt und tatsächlich begonnen werden, stabilisieren sie die Auftragsbücher.

Für die nächsten Monate sind deshalb nicht nur Indexbewegungen, sondern auch Auftragseingänge, Baustarts und Stornierungsquoten maßgeblich. Das neue Signal ist ein Rückschlag nach der August-Erholung, keine endgültige Prognose für den gesamten Wohnungsbau.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und freigegeben von Christian Heinrich Hohlfeld am .