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Wohnungswirtschaft

Ifo senkt Wohnungsbauprognose für 2028 auf 195.000 Wohnungen

Das ifo Institut hat seine Prognose für den deutschen Wohnungsbau nach unten korrigiert. Nach der am 30. Oktober veröffentlichten Einschätzung seines Bauexperten Ludwig Dorffmeister werden 2027 und 2028 jeweils rund 195.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit würde die Zahl in beiden Jahren unter 200.000 bleiben.

Der wesentliche neue Punkt betrifft 2028. In der offiziellen ifo-Prognose vom Juli waren für dieses Jahr noch 210.000 Fertigstellungen erwartet worden. Die neue Schätzung liegt 15.000 Einheiten oder gut sieben Prozent darunter. Für 2027 bleibt die Erwartung von 195.000 Wohnungen unverändert. Für 2026 rechnet das Institut weiterhin mit 185.000 Fertigstellungen und damit dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Baukosten verzögern die erwartete Erholung

Dorffmeister begründet die Korrektur mit weiter gestiegenen Baukosten. Bereits die Juli-Prognose hatte auf Bauinflation, höhere Finanzierungskosten und die lange Zeit zwischen Genehmigung und Fertigstellung verwiesen. Diese Zeitspanne habe sich seit Beginn des Jahrzehnts um etwa ein halbes Jahr auf 27 Monate verlängert.

Die neuen Werte zeigen deshalb nicht nur ein schwaches einzelnes Jahr. Die zuvor für 2028 erwartete Erholung auf mehr als 200.000 Fertigstellungen wird nun nicht mehr angenommen. Zugleich bleibt das Volumen deutlich unter dem vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ermittelten Bedarf von rund 320.000 neuen Wohnungen pro Jahr bis 2030.

Der Vergleich von Prognose und Bedarf beschreibt keine sichere jährliche Versorgungslücke: Fertigstellungen, Haushaltsentwicklung, regionale Nachfrage und vorhandener Leerstand wirken unterschiedlich. Er macht jedoch sichtbar, dass die geplante Bautätigkeit den bundesweiten Bedarf auf absehbare Zeit nicht erreicht.

Genehmigungen allein sichern noch keinen Baubeginn

Die Zahl der Baugenehmigungen ist zuletzt gestiegen. Nach Destatis wurden von Januar bis August 2026 insgesamt 169.400 Wohnungen genehmigt, 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die neue ifo-Prognose betrifft dagegen tatsächlich fertiggestellte Wohnungen. Zwischen beiden Größen liegen Finanzierung, Ausschreibung, Bauausführung und mögliche Projektabbrüche.

Für Wohnungsunternehmen und Projektentwickler bleibt damit die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der entscheidende Engpass. Höhere Bau- und Finanzierungskosten können dazu führen, dass genehmigte Projekte verschoben, verkleinert oder nicht begonnen werden. Der vom Bund beschleunigte Genehmigungsweg verändert diese Finanzierungskalkulation nicht automatisch.

Was die Korrektur für Planungen bedeutet

Unternehmen sollten für Portfolio- und Neubauplanungen nicht mehr mit der im Juli erwarteten stärkeren Erholung 2028 rechnen. Die niedrigere Fertigstellungszahl spricht für anhaltenden Druck auf angespannten Wohnungsmärkten, sagt aber nichts über einzelne Städte oder konkrete Mietentwicklungen aus.

Für kommunale und genossenschaftliche Anbieter erhöht die Prognose die Bedeutung langfristig gesicherter Förder- und Finanzierungskonditionen. Für Bauunternehmen bleibt entscheidend, ob aus dem gestiegenen Genehmigungsbestand tatsächlich finanzierte Aufträge werden. Die nächste vollständige EUROCONSTRUCT-Prognose kann die heutigen Werte nochmals verändern; es handelt sich um eine aktuelle Vorausschätzung, nicht um eine amtliche Fertigstellungsstatistik.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und freigegeben von Christian Heinrich Hohlfeld am .