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Energie

Netzentgelte 2027: Kleine Durchschnittsanstiege verdecken große regionale Unterschiede

Vorläufige Preisblätter zeigen für 2027 höhere durchschnittliche Strom- und Gasnetzentgelte. In einzelnen Regionen fallen die Veränderungen deutlich anders aus. Die gesamte Energierechnung lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Die vorläufigen Netzentgelte für 2027 steigen im bundesweiten Durchschnitt leicht, unterscheiden sich regional aber erheblich. Verivox beziffert den Anstieg in seiner am 19. Oktober aktualisierten Auswertung beim Strom auf 1,9 Prozent und beim Gas auf rund drei Prozent. Die Untersuchung betrifft Netzgebühren und ist keine Prognose für die vollständige Strom- oder Gasrechnung.

Für einen Musterhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden Stromverbrauch bedeutet das durchschnittlich etwa acht Euro zusätzliche jährliche Bruttokosten. Bei 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch sind es rund 19 Euro. dpa bestätigt diese Größenordnungen anhand der Auswertung.

Der Wohnort macht einen deutlichen Unterschied

In Hamburg steigen die Stromnetzkosten für das Strom-Musterprofil um rund neun Prozent beziehungsweise 52 Euro jährlich. In Berlin beträgt das Plus rund acht Prozent beziehungsweise 33 Euro. In Thüringen und Nordrhein-Westfalen sinken die Gebühren dagegen leicht. Beim Gas weist die Untersuchung für Berlin ein Plus von rund acht Prozent aus, während die Gebühren in Sachsen und Thüringen etwas zurückgehen.

Solche Durchschnittswerte ersetzen das konkrete Preisblatt nicht. Bereits ein anderer Verbrauch verändert den Jahresbetrag; auch Grund- und Arbeitspreise wirken zusammen. Für Gebäudeportfolios ist daher das jeweilige Netzgebiet entscheidend, nicht ein pauschaler bundesweiter Aufschlag.

Der Bundeszuschuss ist in den vorläufigen Entgelten bereits berücksichtigt

Die vier Übertragungsnetzbetreiber kalkulieren für 2027 mit einem Zuschuss von 5,525 Milliarden Euro. Das ist knapp eine Milliarde weniger als 2026. Nach ihrer Mitteilung stehen die vorläufigen Entgelte unter dem Vorbehalt der gesetzlichen Absicherung. Fehlt bis zum 7. Dezember Rechtssicherheit, können die endgültigen Übertragungsnetzentgelte höher ausfallen.

Noch keine endgültige Jahresrechnung

Verivox erfasst nach eigener Methodik vorläufige Preisblätter mit einer Haushaltsabdeckung von 84 Prozent beim Strom und 81 Prozent beim Gas. Spätere Veröffentlichungen und endgültige Entgelte können das Bild verändern. Hinzu kommen Beschaffung, Steuern, Abgaben und die Vertragskonditionen des Versorgers.

Die Auswertung konkretisiert damit die regionalen Kostenansätze für das kommende Jahr. Wer Energiebudgets plant, sollte die vorläufigen Beträge zunächst als Annahme kennzeichnen und sie nach Veröffentlichung der endgültigen Preisblätter sowie der Lieferantenkonditionen erneut abgleichen.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und freigegeben von Christian Heinrich Hohlfeld am .