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Finanzen

Arbeitsmarkt im Oktober: Saisonbereinigt steigt die Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober mit der üblichen Herbstbelebung gesunken, nach Bereinigung um saisonale Effekte aber leicht gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit meldete am 30. Das waren 40.000 weniger als im September, aber 44.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zurück.

Saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen dagegen um 4.000. Diese Berechnung entfernt regelmäßig wiederkehrende Einflüsse wie Ferienenden, Ausbildungsbeginn und saisonale Beschäftigung. Der bereinigte Anstieg zeigt deshalb, dass die sichtbare Abnahme im Monatsvergleich keine kräftige konjunkturelle Trendwende darstellt.

Unterbeschäftigung sinkt, bleibt aber hoch

Die weiter gefasste Unterbeschäftigung lag im Oktober bei 3,592 Millionen Menschen. Sie umfasst neben registrierten Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit. Saisonbereinigt sank die Unterbeschäftigung um 9.000, gegenüber Oktober 2025 lag sie um 28.000 höher.

Die Kombination aus leicht steigender saisonbereinigter Arbeitslosigkeit und sinkender Unterbeschäftigung ist kein Widerspruch. Beide Kennzahlen erfassen unterschiedliche Gruppen und können sich in einem einzelnen Monat verschieden entwickeln. Für die Beurteilung des Arbeitsmarkts ist deshalb mehr als die unbereinigte Arbeitslosenquote nötig.

Auch die Nachfrage nach Personal bleibt verhalten. Bei der Bundesagentur waren 654.000 Arbeitsstellen gemeldet, 31.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der BA-Stellenindex BA-X, der die Nachfrage nach Arbeitskräften abbildet, sank im Oktober um einen Punkt auf 102 Punkte. Das Niveau signalisiert nach Einschätzung der Behörde weiterhin keine breite Beschleunigung des Stellenmarkts.

Was die Zahlen für Bau- und Immobilienbetriebe bedeuten

Für Wohnungs-, Bau- und Immobilienunternehmen liefern die Daten ein gemischtes Bild. Der schwache Gesamtarbeitsmarkt kann die Personalgewinnung in kaufmännischen Funktionen erleichtern. Bei spezialisierten technischen Berufen, Bauleitung, Energieplanung oder Handwerk sagt die bundesweite Gesamtzahl jedoch wenig über regionale Engpässe und konkrete Qualifikationen aus.

Für die Personalplanung ist außerdem die Trennung zwischen Bestand und Bewegung wichtig. Knapp drei Millionen registrierte Arbeitslose bedeuten nicht automatisch, dass passende Fachkräfte kurzfristig verfügbar sind. Berufserfahrung, regionale Mobilität und Qualifikationsanforderungen begrenzen die tatsächliche Besetzbarkeit offener Stellen.

Die Oktoberwerte ergänzen die am selben Tag veröffentlichte BIP-Schnellmeldung, messen aber einen anderen Vorgang: Das Bruttoinlandsprodukt beschreibt die gesamtwirtschaftliche Leistung im dritten Quartal, die Arbeitsmarktstatistik den administrativ erfassten Stand und die Veränderungen im Oktober. Die leichte BIP-Zunahme von 0,2 Prozent ist daher noch nicht als sichtbarer Beschäftigungsaufschwung angekommen.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und freigegeben von Christian Heinrich Hohlfeld am .