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KI

Anthropic: Claude führt bereits 26 Prozent der eigenen KI-Forschungsarbeit

Anthropic misst erstmals, wie viel der eigenen KI-Entwicklung von Claude getragen wird. Die Zahl ist kein Branchenbenchmark, zeigt aber, welche Kennzahlen bei agentischer Arbeit künftig wichtiger werden.

Anthropic hat erstmals systematisch veröffentlicht, wie stark die eigene KI-Forschung bereits durch KI unterstützt wird. Nach dem internen R&D Automation Index „führt“ Claude im August 2026 bei 26 Prozent der gemessenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Bei mehr als 90 Prozent liegt die Beteiligung mindestens auf der Stufe „collaborates“.

Das klingt nach weitgehender Automatisierung, braucht aber eine wichtige Einschränkung: Anthropic sagt zugleich, dass Claude in keinem gemessenen Teilbereich vollständig autonom arbeitet. Die Kennzahlen beziehen sich auf Anthropic selbst und sind kein repräsentativer Wert für andere Unternehmen.

30.000 Agenten – aber mit Kontrolle

Auf der meistgenutzten internen Plattform liefen laut Anthropic im August zeitweise rund 30.000 Forschungs- und Engineering-Agenten gleichzeitig. Deren Aktionen werden mit Online- und Offline-Monitoren überwacht.

Online-Kontrollen sollen gefährliche Aktionen vor ihrer Ausführung blockieren. Offline-Monitoring sucht nach langsam entstehenden oder rückblickend erkennbaren Problemen. Anthropic nennt für die Online-Kontrollen eine Blockierrate von ungefähr einer Entscheidung unter 47.000. Das ist kein Sicherheitsbeweis; es zeigt aber, dass das Unternehmen Kontrolle als eigene Betriebsschicht behandelt.

Reuters berichtete ebenfalls über die neuen Kennzahlen und hob hervor, dass die Arbeit trotz des hohen Automatisierungsanteils unter menschlicher Aufsicht bleibt.

Welche Kennzahlen Unternehmen daraus übernehmen können

Die interessante Idee ist nicht die Zahl 26 Prozent, sondern wie Automatisierung gemessen wird. Für reale Prozesse reichen „Nutzerzahl“ oder „Anzahl Prompts“ nicht.

Sinnvoller sind drei Ebenen:

  • Delegationsgrad: Welchen Anteil einer Aufgabe erledigt die KI tatsächlich?

  • Kontrollabdeckung: Welche Aktionen werden vorab oder im Nachgang geprüft?

  • Ressourceneinsatz: Wie viel Rechenzeit, menschliche Prüfung und Nacharbeit kostet das Ergebnis?

Damit wird sichtbar, ob ein Agent wirklich Arbeit übernimmt oder nur zusätzliche Aktivität erzeugt.

Für Führungskräfte ist das ein besseres Steuerungsmodell als die Frage, wie oft Mitarbeitende ein KI-Tool öffnen. Entscheidend ist der Anteil belastbar delegierter Arbeit – und ob die Kontrolle mitwächst.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und verantwortlich: Christian Hohlfeld.