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Prozesse

Lünendonk: Mängelbeseitigung in Wohnungsunternehmen dauert im Schnitt elf Tage

Bei technischen Störungen und Reparaturen laufen in vielen Beständen mehrere Übergaben hintereinander: Die Verwaltung nimmt eine Meldung auf, ein externer Dienstleister prüft den Auftrag, ein Gewerk wird disponiert und die Erledigung muss anschließend dokumentiert werden. Genau an diesen Schnittstellen setzt das am 29. Oktober veröffentlichte Lünendonk-Themendossier zu Facility Services in der Wohnungswirtschaft an.

Einzelaufträge erhöhen die Zahl der Übergaben

Nach den von Lünendonk veröffentlichten Ergebnissen werden 91 Prozent der Facility Services extern vergeben. Zugleich sind nur 30 Prozent der befragten Wohnungsunternehmen mit Zuverlässigkeit, Qualität und Mieterorientierung ihrer Dienstleister zufrieden. Lünendonk führt einen Teil der Reibung auf die Vergabestruktur zurück: 40 Prozent der Unternehmen vergeben Leistungen als einzelne Aufträge statt gebündelt.

Damit entstehen mehrere Schnittstellen zwischen Auftraggeber, Dienstleister und einzelnen Gewerken. Bei einer Störung muss die Verwaltung nicht nur den technischen Bedarf klären, sondern auch Zuständigkeit, Beauftragung, Termin und Rückmeldung nachhalten. Ein Auftrag kann fachlich erledigt sein, während die Information über die Erledigung noch nicht im System der Verwaltung angekommen ist. Das verlängert die administrative Bearbeitung auch dann, wenn die eigentliche Reparatur kurz dauert.

Digitale Oberflächen ersetzen noch keinen durchgängigen Ablauf

Das Dossier beschreibt eine Lücke zwischen digitalen Verwaltungswerkzeugen und dem technischen Gebäudebetrieb. Mieterportale, Dokumentenmanagement und Abrechnungen seien vielerorts digitalisiert; datengetriebene Anwendungen in der Instandhaltung blieben dagegen die Ausnahme. Ein digitales Formular allein beseitigt deshalb keine Medienbrüche, wenn die Meldung anschließend per E-Mail weitergereicht, in einem anderen System neu erfasst und nach dem Einsatz manuell zurückgemeldet wird.

Als relevante Prozesskette nennt die Berichterstattung die Verbindung von Schadensmeldung, Disposition, Ausführung und Rechnungsfreigabe auf einem gemeinsamen Datenbestand. Für die Steuerung zählt dabei nicht nur, wann ein Ticket eröffnet wurde. Entscheidend sind auch die Zeit bis zur Auftragsannahme, der erste Vor-Ort-Termin, die tatsächliche Behebung und die bestätigte Rückmeldung an Mieter und Verwaltung. Erst diese getrennten Zeitpunkte zeigen, an welcher Übergabe Verzögerungen entstehen.

Zahlen mit begrenzter Aussagekraft

Das Themendossier wurde in fachlicher Zusammenarbeit mit dem Facility-Management-Anbieter Apleona erstellt. Die frei zugängliche Lünendonk-Mitteilung nennt keine Zahl der befragten Unternehmen. Die Prozentwerte sind daher als Ergebnisse dieser Erhebung zu lesen, nicht als amtliche oder repräsentative Gesamtstatistik für alle deutschen Wohnungsunternehmen. Haufe berichtet die elf Tage und die Unzufriedenheit der Mieter als Ergebnisse aus demselben Dossier; das ist eine zusätzliche redaktionelle Einordnung, aber keine zweite unabhängige Messung.

Die Daten zeigen dennoch einen konkreten betrieblichen Engpass: Ein großer Teil der technischen Leistungen liegt bei externen Anbietern, während die Zufriedenheit mit deren Zuverlässigkeit niedrig bleibt und die digitale Verbindung der Arbeitsschritte laut Dossier noch nicht durchgängig ist. Für Wohnungsunternehmen wird damit messbar, dass nicht nur die Verfügbarkeit von Handwerkern, sondern auch die Organisation der Übergaben die Dauer offener Mängel prägt.

Quellen

Von Christian Hohlfeld

Transparenz: Konzept, Auswahlkriterien und inhaltliche Vorgaben stammen von Christian Hohlfeld. Recherche und Formulierung wurden nach diesen Vorgaben mit KI-Werkzeugen unterstützt. Redaktionell geprüft und freigegeben von Christian Heinrich Hohlfeld am .